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| Religionen in Japan: Shintoismus | |
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Shinto (der Weg der Götter) ist der einheimische Glaube des japanischen Volkes, und ist so alt wie das japanische Volk selbst. In Shinto existiert weder ein Gründer noch geheiligte Schriften wie die buddhistischen Sutren oder die christliche Bibel. Auch Propaganda und das Predigen sind in Shinto nicht gebräuchlich, da die Religion sehr tief im japanischen Volk und seinen Traditionen verwurzelt ist. Die Kami sind die shintoistischen "Götter". Diese sind heilige Geister und können verschiedene Formen annehmen: Elemente der Natur, wie die Sonne, Berge, Felsen, der Wind, oder abstrakte Dinge wie die Fruchtbarkeit, aber auch Vorfahren, nationale Helden und Beschützer von Familienklans. Absolutes wie in den westlichen Religionen gibt es in Shinto nicht. Die Sonnengöttin Amaterasu Omikami, deren Schrein in Ise steht, ist die wichtigste Shintogottheit. Shinto ist eine sehr optimistische Religion. Es wird geglaubt, dass alle Menschen grundsätzlich gut sind, und dass alles Böse von bösen Geistern verursacht wird. Der Zweck der meisten Shintorituale ist es daher, die bösen Geister durch Reinigungsriten, Gaben und Gebete fernzuhalten. Einen Kodex für Ethik und Moral gibt es ebenfalls nicht. Allerdings hat sich Shinto zu einem gewissen Grad mit der konfuzianistischen Ethik vermischt, vor allem während der Edoperiode. Heutzutage suchen die Leute Unterstützung von Shinto und besuchen Schreine, um für eine gute Zukunft zu beten und die bösen Geister fernzuhalten, vor allem vor grossen Ereignissen wie Eröffnungen eines neuen Geschäfts oder Schulexamen. Verschiedene Amulette können in den Schreinen gegen kleine Gaben ausgetauscht werden (d.h. gekauft werden). Eine Mehrzahl der Hochzeitszeremonien werden auf shintoistische Weise durchgeführt. Der Tod wird im Shinto allerdings als etwas Böses angesehen und Beerdigungen werden praktisch alle auf buddhistische Weise vorgenommen. Gebete in Shintoschreinen oder zu Hause entsprechen etwa dem folgenden Muster: Zuerst sollten Sie Ihre Hände und Ihren Mund reinigen. Dann übergeben Sie die Gabe (z.B. Münzen im Schrein oder Esswaren am Hausschrein), verbeugen sich zweimal tief, klatschen zwei Mal in Ihre Hände, verbeugen sich noch einmal tief und beten. Die Shintopriester führen die verschiedenen Rituale durch. Sie sind Privatpersonen, die auch heiraten und Kinder haben können. Der Priester wird von jungen Frauen (miko) in weissen Kimono unterstützt. Sie helfen dem Priester während der Rituale und für andere Aufgaben im Schrein. Sie sollten unverheiratet sein und sind oft die Töchter des Priesters. Die Schreine sind Orte wo die Kami wohnen und die Gebete durchgeführt werden. Die meisten Schreine feiern regelmässig Festivals, an denen die Kami der Aussenwelt gezeigt wird. Die Einführung des Buddhismus im 6.Jahrhundert führten zu einigen, kleinen Konflikten. Aber schon bald konnten die beiden Religionen friedlich koexistieren und ergänzten sich sogar etwas. Viele Buddhisten argumentierten, dass die Kami Manifestationen von Buddhas sind. Vor der Meijirestauration wurden die Schreine von den Gemeinden unterhalten, während der Kaiser die kaiserlichen Shintorituale am Hof durchführte, was eine wichtige Aufgabe der Regierung war. Nach der Meijirestauration wurde Shinto zur Staatsreligion erklärt und die Entstehungsmythen Japans, die eine direkte Verbindung zwischen der Sonnengöttin und dem Kaiser aufzeigen, dazu gebraucht, nationale Gefühle zu stärken und die absolute Position des Kaisers zu legitimieren. Shintopriester wurden Staatsbeamte und die wichtigen Schreine wurden vom Staat finanziert. Es gab auch Anstrengungen, Shinto gänzlich vom Buddhismus zu trennen und zu emanzipieren. Shinto wurde nach dem 2.Weltkrieg völlig vom Staat getrennt und als normale Religion klassifiziert. Heute gehören die meisten Schreine der Association of Shinto Shrines an. Wichtige Kennzeichen von shintoistischer Kunst sind die Architektur der Schreine und die Kultivierung und Bewahrung von antiken Kunstformen wie dem Nohtheater, Kalligraphie oder der Hofmusik (Gagaku), die am Hof des Tang-China (618 - 907) entstand. |
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