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  Verzweigung: Betrachtungen zu Ahorn Bonsai
Verzweigung (Übersicht)
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Autorin: Franziska Kuntze

Der Ahorn ist einer der beliebtesten Bonsai überhaupt. Das schönste und auffälligste Merkmal eines gut gestalteten Ahorns ist eine sehr feine und ausgewogene Verzweigung.

Um diese erreichen zu können, muss man sich von Anfang an darüber im Klaren sein, dass man einen Ahorn die gesamte Saison über pinzieren muss.

Da Ahorne im Frühjahr sehr schnell austreiben, ist eine ständige Wachstumskontrolle nötig, um zu großen Internodien (Blattabständen)vorbeugen zu können. Mit dem Pinzieren hält man den Austrieb an den verschiedenen Stellen des Baumes im Gleichgewicht. Da dieser nicht überall gleichmäßig erfolgt, muss man demnach beim täglichen Gießen die Wachstumsprozesse im Auge behalten.

Wenn man den Baum also ganz genau beobachtet, sieht man klar welche Knospen zuerst pinziert werden müssen. Die stärksten Knospen befinden sich in den höher gelegenen Stellen des Baumes und an den Spitzen der Zweige. Sie sind dicker und lassen sich ganz einfach von den schwächeren unterscheiden. Sollten an einer Stelle drei Knospen nebeneinander sitzen, treibt die mittlere immer zuerst aus.

Wenn also die ersten Knospen so weit sind, dass man die drei angehenden Blättchen gut erkennen kann, entfernt man das mittlere Blatt mit einer Pinzette oder den Fingern, wobei man vorsichtig die beiden seitlichen Blättchen auseinander spreizt. An dieser Stelle werden nach einiger Zeit neue Triebe entstehen.
Pinzieren eines Ahorn: Spreizen der Blätter Pinzieren eines Ahorn: Ergreifen des Mitteltriebes Pinzieren eines Ahorn: Auszupfen des Triebes

Von diesen belässt man jedoch lediglich zwei, deren Zentrum nach dem Austrieb wiederum pinziert wird.

Eine weitere Möglichkeit ist an dieser Stelle eine eventuelle Zweigverlängerung. Wenn man den einen Trieb wachsen lässt, kann man den zweiten weiter pinzieren und somit einen Nebenast ausbilden.

Falls man, aus welchem Grund auch immer, den genauen Zeitpunkt des Austriebs verpasst haben sollte,  wird  es  leider sehr schwierig durch eine spätere Korrektur noch eine passable Verzweigung zu erreichen.

Ein wichtiger Arbeitsschritt, mit dem man die Energie des Ahorns ins Gleichgewicht bringen kann, ist der Blattschnitt. Allerdings ist damit auf keinen Fall ein Vollblattschnitt gemeint, da dieser den Baum unnötig schwächen und die Wuchskraft nur aus dem Gleichgewicht bringen würde.

Angewandt wird der Teilblattschnitt um mit einem zweiten jährlichen Austrieb eine  Verzweigung eher zu ermöglichen und um ein Gleichgewicht der Knospenanzahl an allen Teilen des Baumes zu erreichen.

Man entfernt also nur die Blätter der kräftigen Außenbereichen der Äste, um  damit den Unterschied zwischen der Anzahl und der Kraft der Knospen aller Bereiche auszugleichen.

Ein weiterer Vorteil des partiellen Blattschnittes ist zudem die Tatsache, dass entlaubte Äste nicht an Dicke zunehmen, so dass damit auch die Stärke aller Zweige auf einander abgestimmt werden kann.

Zu jeder Zeit, zu der die Zweige des Ahorns klar erkennbar sind, also im Herbst, Frühlingsanfang und nach einem Blattschnitt,  kann man das Beschneiden des Ahorns durchführen. Da der Baum zu diesem Zeitpunkten keine Blätter besitzt die uns in irgendeiner Form behindern, ist sehr gut erkennbar, welche Äste oder Zweige beschnitten werden müssen. Wobei man im Frühjahr, da Ahorne sehr empfindlich reagieren, unbedingt die Gefahr des Ausblutens bedenken sollte.

Ziel des Beschneidens ist das erreichen der typischen weichen, kurvenreichen und sanften Form eines Ahorns. Zu scharfe Winkel, senkrecht wachsende Zweige und völlig unerwünschte dicke Zweigenden können somit entfernt werden Zusätzlich können die charakteristischen, unerwünschten gegenständigen Knospen eines Ahorns so bearbeitet werden, dass man eine wechselständig angeordnete  Wuchsform erreicht.

Dazu wählt man diejenige der beiden Knospen aus, die man als vorteilhafter empfindet und entfernt die andere.

Nach dem Einkürzen eines dickeren Zweiges ist es ungeheuer wichtig ein Wundverschlussmittel aufzutragen.

Man sollte bei einem Ahorn darauf achten, dass  die Knospenauswahl  die gesamte Saison durchgeführt werden muss. Man sollte wirklich alle nützlichen und erwünschten Knospen behalten und alle unerwünschten so schnell wie möglich mit den Fingerkuppen auszupfen. Man schafft sich so ganzjährig eine gute Grundlage für die gewünschte ausgewogene Wuchskraft des Baumes.

© by Yamadori-Bonsai.de (Alle Rechte vorbehalten) - Letzte Änderung: 05.03.2004 20:00