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  Verzweigung: Betrachtungen zu Zweinadligen Kiefern
Verzweigung (Übersicht)
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Autorin: Franziska Kuntze

Wenn man sich um eine feine Verzweigung bei zweinadeligen Kiefern bemüht, muß man als Grundvorrausetzung wissen, das man solch einen Bonsai in drei verschiedene Zonen unterteilt.

  • 1.Schwache Zone: unterste und innere Äste
  • 2.Mittelkräftige Zone: mittlere Äste
  • 3.Kräftige Zone: oberste Äste, bzw. Baumspitze

Ausgehend von diesem Wissen kann man dann die anfallenden Arbeiten an diesem Baum ausführen.

Von Ende August bis Ende September ist sozusagen nichts zu tun.

Ab Anfang Oktober bis Februar sollte man, um einen Ausgleich des unterschiedlichen Wuchses in den drei Zonen gewährleisten zu können, die Nadelanzahl um die jeweiligen Knospen verringern. Denn je mehr Nadeln um eine Knospe vorhanden sind, um so kräftiger ist ihr Wuchs.

Angefangen in der 1. und schwächsten Zone belässt man jeweils 8-10 Nadeln um jede Knospe.

In der 2. Zone entfernt man die alten Nadeln und läßt 6-8 neue Nadeln stehen.

Zuletzt zupft man in der 3. und stärksten Zone alle alten Nadeln aus und belässt ungefähr 4-6 Neue.

Im März, kurz bevor die Knospen austreiben, belässt man um jede kräftige und mittelkräftige Knospe nur noch drei Nadeln. Was bedeutet, dass man wieder alle übrigen entfernen muss. Somit erhält und kräftigt man alle schwachen Knospen und zwingt gleichzeitig die kräftigen Knospen zu einem langsameren Austrieb.

In Europa beginnen die Kiefern ungefähr im Mai kerzenförmig auszutreiben. Das heißt für den Bonsaifreund, Zeit zum Pinzieren der Kerzen.

Man beginnt mit dem Pinzieren eines zweinadeligen Baumes immer im schwächsten Bereich, denn wenn man im stärksten Bereich beginnen würde, finge der Baum an seinen wichtigsten Bereich zu reparieren. Er würde seine gesamte Kraft in die Spitze stecken und den sowieso schon schwachen unteren Teile noch mehr schaden, es könnte sogar zum Absterben der unteren Äste führen.

Am besten hält man mit der einen Hand den unteren Teil der Kerze fest, um ihn nicht abzubrechen. Dann kürzt man mit der anderen Hand die Kerze auf 1/2 bis 1/3 der Gesamtlänge, indem man die Kerzenspitze gleichzeitig dreht und auszupft.

Zwei Wochen darauf pinziert man die 2. Zone und weitere 14 Tage später die 3. und stärkste Zone auf die gleiche Art wie schon die 1. Zone. Wenn sich im Juli die Nadeln vollständig gestreckt haben beginnt man, um wieder einen Balanceausgleich zwischen den 3 Zonen zu erreichen, mit dem Triebschnitt.

Als erstes schneidet man in der 1. Zone vorsichtig alle neuen Triebe zurück. Zwei Wochen später kürzt man in der 2. Zone die neuen Triebe bis zu den Stellen zurück, an denen sich später die neuen Knospen entwickeln sollen. Wenn der Baum kräftig genug ist, ist es möglich zwei Wochen später im 3.Bereich die Triebe einzukürzen. Dies sollte man jedoch nur höchstens alle zwei Jahre tun.

Nach dem Beschneiden im Juli haben sich bis August an den Schnittstellen neue Knospen gebildet. An diesem Punkt sollte man sich die Knospen genau anschauen und abwägen, welche für die weitere Gestaltung des Baumes relevant sein könnten. Unnötige Knospen muss man dann so schnell wie möglich mit den Fingerspitzen auszupfen. Je eher man dies tut, um so weniger Kraft hat der Baum schon unnötiger Weise in die Knospen gesteckt.

Wichtig ist auch hier wieder das Beachten der drei unterschiedlichen Zonen. Man darf nie vergessen, dass man immer, egal welchen Arbeitsschritt man gerade ausführt, in der 1. und schwächsten Zone beginnen muss.

Man belässt also im 1.Bereich nur 2 wichtige Knospen (wobei man wieder die Wuchsrichtung beachten sollte!). Zu viele Knospen auf einer Stelle üben zu starken Konkurrenzdruck auf einander aus. Der Wuchs wäre nicht mehr kontrollierbar.

Jeweils um 14 Tage versetzt zupft man in der 2. dann in der 3. Zone von den normaler Weise 5-6 Knospen alle bis auf 2 Gute aus.

Bis September sollte man damit fertig sein und keine Knospen mehr auszupfen. Es folgt die Pause bis Oktober.

© by Yamadori-Bonsai.de (Alle Rechte vorbehalten) - Letzte Änderung: 05.03.2004 20:00