Home / Diskussionsforum / Shop
Site Map
Allgemein / Arboretum / Ausstellungen / Galerie / Gestaltung / Japan
Japanische Gärten / Pflege / Schalen / Suiseki / Wir über uns
Home - Gestaltung - Yamadori-Touren - La specialita della Regiona (Yamadori auf Sardinien)
  Yamadori-Touren: "La specialita della Regiona" - Yamadori auf Sardinien
Yamadori auf Sardinien
Wacholder an der Küste
Die Küste von Sardinien
Wacholder mit toten Ästen
Wacholder vor dem Ausgraben
Glücklich am Ende des Tages
Die Ausbeute des Tages
Autor: Jürgen Zaar / Fotos: Stefano Nobile

Eine ebenso willkommene wie abenteuerliche Abwechslung vom Bonsai-Alltag ist es, mit meinen Freunden Stefano Nobile und Salvatore Liporace auf Yamadori-Tour zu gehen.

Auf dem Flug nach Mailand war diese Spannung wieder da, die wohl jeder, der sich schon einmal auf den Weg gemacht hat, um Yamadori zu suchen, schon mal gespürt hat.

  • Hat man all sein Werkzeug eingepackt ?
  • Was erwartet einen auf der Tour ?
  • Hoffentlich regnet es nicht !
  • Was wird man letztendlich finden ?

Diesmal sollte Sardinien unser Ziel sein, wo an der stellenweise sehr felsigen Ostküste unzählige Wacholder („Juniperus Phoenicia“) mit phantastischen natürlichen Jin- und Sharipartien wachsen.

Mit einem kleinen Lieferwagen machten wir uns auf den Weg nach Genua, wo wir uns auf einer Fähre nach Sardinien einschifften.

Nach einer sehr stürmischen Nacht auf See rollten wir am nächsten Morgen entlang  der Küste in Richtung  Cagliari.

Wacholder an der Küste von Sardinien
Am Ziel angekommen, waren wir nicht nur gefesselt von der wunderschönen Landschaft, sondern auch von phantastischem Material, was nur darauf wartete, durch die Hand eines Bonsai-Gestalters seine vollkommene Schönheit zu erlangen.
Bei dieser herrlichen Landschaft möchte man einfach nur dasitzen, die Zeit anhalten und den Ausblick genießen.
Die Küste von Sardinien
Wacholder mit toten Ästen
Die Wacholder auf den Felsenkanten sind durch lang anhaltende, starke Winde zum Teil bis auf wenige lebende Äste blankgeschmirgelt
Manchmal sind es nur einzelne Äste, die man für die spätere Gestaltung gebrauchen kann. Sorgfältig müssen diese schon an Ort und Stelle selektiert werden, damit alles unnötige Grün entfernt werden kann. Es wäre unmöglich, einen kompletten Busch zu transportieren.
Wacholder vor dem Ausgraben

Die auf den Felsen gewachsenen Wacholder waren zum Teil nur mit sehr viel Mühe und Geduld herauszuhacken. Bei einigen wunderschönen Bäumen jedoch haben sich die Wurzeln so tief in die Felsspalten gezwängt, daß es unmöglich war sie auszugraben.

Mit Sicherheit hätte der Baum keine Überlebenschance gehabt. Aus Respekt vor der Natur sollte man auf ein Ausgraben dieser Pflanzen verzichten. Einfacher war es bei den Pflanzen, die in natürlichen Felsmulden wuchsen.

Die Natur hatte im Prinzip eine Schale geformt, aus der man die Bäume fast mit einem kompletten Wurzelballen nur herauszuheben brauchte.

Geschafft, aber glücklich am Ende des Tages
Als der Tag endete waren wir zwar alle sehr geschafft, aber dennoch sehr glücklich über die erfolgreiche Arbeit

Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von dieser herrlichen Landschaft. Mit wunderschönem Rohmaterial, die Wurzelballen sorgfältig in Plastikfolie verpackt und in ein feuchtes Laken eingeschlagen, um der Verdunstung über das Grün entgegenzuwirken, ging es zurück in Richtung Festland.

Bevor wir jedoch wieder die Fähre in Richtung Genua betraten, sollte ich noch Bekanntschaft mit einer weiteren Spezialität der Region machen. Meine zwei Begleiter glaubten mir eine besondere Freude damit zu machen, zum Mittagessen eine Portion Spaghetti mit frittiertem Seeiegel mit zu bestellen

..... man macht immer wieder neue Erfahrungen..........

Wieder in Mailand angekommen, wurden alle Wacholder sofort in reines Akadama gesetzt und im Folienhaus untergebracht.

Die Ausbeute des Ausfluges
Der Aufwand und alle Mühen haben sich gelohnt für dieses erstklassige Material.

Beim ersten Eintopfen von Yamadori machen viele Bonsai-Freunde oft den Fehler, daß die gesammelte Pflanze dem ersten Pflanzgefäß oder Container angepaßt wird. Eine spätere Pflanzposition sollte vorerst ganz außer Acht gelassen werden, und somit auch keine verbliebenen Faserwurzeln mehr entfernt werden.

Das Überleben des Yamadori ist zunächst das Wichtigste.

Es werden lediglich dicke Pfahlwurzeln eingekürzt, bzw. abgestorbene und verfaulte Wurzelteile entfernt.

Mit Befestigungsdrähten sollte der Baum dann im Planzgefäß richtig gut fixiert werden. Nach dem Sammeln von Pflanzen ist es sinnvoll, diese zusätzlich regelmäßig, optimal ist mehrmals täglich, zu besprühen.

Das Gießen muß man allerdings stark einschränken und immer so lange warten, bis die Erde im Pflanzgefäß angetrocknet ist, da dadurch das Wurzelwachstum angeregt wird.

Auch sollten die nun frisch gesammelten Exemplare nicht direkt starker Sonne ausgesetzt werden. Hier in Italien kann es auch schon Ende Februar sehr warme Tage mit doch schon sehr intensiver Sonneneinstrahlung geben.

Der Platz im Gewächshaus, das bei sehr heißem Wetter noch mit Strohmatten abgedeckt werden kann ist optimal. Nach ca. 6-8 Wochen beginne ich dann mit den ersten Gaben von Bio-Gold.

Auch ist es ratsam diese frisch gesammelten Pflanzen im ersten Jahr frostfrei zu überwintern.

Bevor vor man dann die erste Grundgestaltung vornimmt, sollten mindestens 2-3 Jahre nach dem Ausgraben vergehen, damit die Pflanze genügend Zeit hat, sich von ihrem Umpflanzschock zu erholen und neue Reserven aufzubauen.

© by Yamadori-Bonsai.de (Alle Rechte vorbehalten) - Letzte Änderung: 05.03.2004 19:59