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  Metasequoia glyptostroboides - Urwelt-Mammutbaum
Metasequoia glyptostrob.
   - Entdeckung
   - Anbaugebiete
   - Samen-Aussaat
   - Ökologie
Autor: Jörg Wiest

Deutscher Name:

Chinesischer Mammutbaum, Chinesisches Rotholz, Urwelt-Mammutbaum

Heimat

China, an der Grenze zwischen Ost-Szechuan und West-Hupeh. Bereich 30.Grad nördlicher Breite, was ungefähr der Gegend des Nildeltas entspricht. Der Baum wächst dort in einer Höhe von 700 - 1350 Meter.

Entdeckung

Während bei den anderen Mammutbaum-Arten (Sequoia sempervirens und Sequoiadendron giganteum) die lebenden Pflanzen vor den fossilen Formen entdeckt geworden sind, ist es bei dem Metasequoia glyptostroboides anders gewesen, denn er wurde zuerst fossil bekannt.

Standort

Mit Vorliebe werden die Steilufer verschiedener Flußläufe besiedelt. In der Heimat trägt der Metasequoia den Namen " Shui-sha" , was ungefähr Wasserlärche oder Wassertanne bedeutet.

Höhe

in der Heimat erreicht dieser Mammutbaum eine Höhe von 30 - 35 Meter. Unter günstigen Voraussetzungen kann der Baum eine Maximalhöhe von ca. 50 m erreichen.

Alter

Welches Alter diese Bäume erreichen können ist noch unbekannt. Es wird ein Höchstalter von 400 bis 600 Jahre angenommen.

Krone

Der Aufbau der Krone ist in der Jugend schmalpyramidal, nach oben schlanker werdend mit abgerunderter Krone. Später im Alter löst sie sich mehr auf und wird lockerer.

Stamm

Der Stamm ist durchgehend bis zur Spitze und abholzig. Der größte bisher in der Heimat gemessene Durchmesser betrug 2,30 m in Brusthöhe.

Holz und Rinde

Metasequoia-Holz ist leicht und weich, die relativ groben Fasern verlaufen gerade. Rohdichte: 0,29 bis 0,38 g/cm3. Das Holz lässt sich gut bearbeiten und nimmt leicht Farbe an.

Borke

An mehrjährigen Trieben blättert die Borke in feinen Häutchen (Lamellen) ab und ist rotbraun bis gelbbraun. Mit zunehmendem Alter wird die Borke dunkelgrau.

Wurzelsystem

Metasequoia glyptostroboides bildet im allgemeinen ein tiefreichendes Wurzelsystem aus. Zunächst entwickeln sich die Seitenwurzeln aber vornehmlich zu flachstreichenden Horizontalwurzeln, die erst später in die Tiefe wachsen (50 bis 100 cm). Insgesamt handelt es sich um ein extensives Wurzelsystem, das sich meist über die Projektion der Kronenfläche hinaus ausbreitet.

Äste

Die Äste stehen am Stamm gegenständig und sind im leichten Bogen nach oben gerichtet.

Triebe

Es werden Kurz-und Langtriebe ausgebildet.Die einjährigen Langtriebe sind sehr dünn und fein.Aber der Mitteltrieb junger Pflanzen kann in günstigen Verhältnissen Längen von 1 m erreichen.Bei der Triebbildung werden immer abwechselnd zwei gegenständige Kurztriebe und zweimal zwei gegenständige Nadeln ausgebildet, die kreuzgegenständig angeordnet sind.

Kurztrieb

Sie sind grünfarbig, fein behaart, 6 - 8 cm lang und fallen im Herbst mit den Nadeln zusammen ab.

Knospen

An allen Trieben, aber auch am Stamm, werden zahlreiche Knospen ausgebildet. Sie sind sowohl am Stamm wie an den Trieben stets kreuzgegenständig angeordnet, dabei fällt es auf, daß dort, wo nur eine Einzelnadel am Trieb sitzt, die Knospen oberhalb dieser sich bilden, während bei einem Kurztrieb die Knospen unterhalb der Ansatzstelle auftreten. Unter der Ansatzstelle sitzt dann wie üblich eine Nadel.An manchen Stellen, besonders am Stamm, stehen die Knospen auch gehäuft. Sie sind nur 3 - 4 mm lang, eiförmig und kurzgestielt und stehen fast rechtwinklig vom Trieb ab, während die Knospen bei den Einzelnadeln etwas kleiner sind und dem Trieb mehr anliegen.

Nadeln

Die sommergrünen Nadeln stehen gekämmt gegenständig. Sie sind 10 bis 35 mm lang und 1 bis 2 mm breit. Zur Basis werden sie breiter, sind abgerundet und sitzen den grünen Kurztrieben auf und laufen zum Teil noch an Ihnen herab.

Die Enden der Nadeln sind stumpf. An den Leittrieben stehen die Nadeln einzeln gegenständig. Die Oberseite der Nadeln ist hellgrün mit braunem Schimmer, schwach glänzend, und zeigt eine deutliche Längsfurche, der unterseits ein Kiel entspricht.

Sehr auffällig ist bei den jüngeren Nadeln die leicht rotbraune Farbe, die sich erst später hellgrün verfärbt. Zum Herbst nimmt die Nadel einen hellroten Farbton an, wobei die Kurztriebe selbst ihre hellgrüne Farbe behalten.Die Nadeln fallen mit dem Zweiglein dann als ganzes im Herbst ab.

Zapfen

Dieser Mammutbaum ist ebenfalls einhäusig und getrenntgeschlechtig.

Die männlichen Zapfen sitzen zu vielen an langen Trieben gegenständig und endständig. Ein Einzelzapfen ist 5 mm lang und enthält je 20 Staubblätter.

Der weibliche Zapfen wird bis zu 8 mm lang und zeigt 22 bis 26 kreuzweise gegenständige Fruchtschuppen.

Holzzapfen

Er ist 1,8 bis 2,5 cm lang und ungefähr 2 cm breit, von dunkelbrauner Farbe und hängt mit einem 2 cm langen Stiel über. Unter jeder Schuppe sitzen 5 bis 9 Samen, die im ersten Jahr reifen. Die Zapfenschuppen sind kreuzgegenständig angeordnet.

Samen

Der ledergelbe Samen hat eine Größe von 4 bis 6 mm, ist flach zusammen gedrückt und zweiseitig geflügelt und mit einer Einbuchtung an der Spitze versehen, wodurch er leicht von den anderen Mammutbaumsamen zu unterscheiden ist. Der Samen keimt mit zwei Keimblättern.

Die Keimfähigkeit liegt bei ca. 30 bis 40 %. Ein Gramm Samen enthält ca. 435 Samen. Das 1000-Korngewicht variiert zwischen 1,75 und 2,28 Gramm. Getrocknetes Saatgut kann in luftdicht verschlossenen Behältern bei Temperaturen von 1-4°C gelagert werden. Frisches Saatgut keimt ohne Vorbehandlung.

Trotzdem wird vor der Aussaat ( im Februar bis März ) unter Glas, eine einmonatige Kaltstratifikation empfohlen. Eine frühe Aussaat ist wichtig, damit die frostempfindlichen Sämlinge bis zum Herbst rechtzeitig ausreifen und die Winterzeit gut überstehen können.

Die Samen-Keimdauer beträgt 10-15 Tage.

Samen-Reifezeit

Die Samen reifen im November-Dezember.Die Zapfen können ab Ende Oktober geerntet werden.

Stecklingsvermehrung

Als günstiges Ausgangsmaterial für die Stecklingsvermehrung erweisen sich ein- und zweijährige Langsprosse, wobei nicht nur die Sproßenden, sondern auch weitere Teilstücke verwendet werden können.Als optimaler Zeitpunkt für die Stecklings-Gewinnung wurde der Monat Juli ermittelt.

Vermehrung und Anzucht

Auf frischen Standorten und bei hoher Luftfeuchtigkeit verjüngt sich Metasequoia glyptostroboides natürlich. Für die künstliche Verjüngung werden als günstige Saatzeiten für China Ende März/Anfang April und für Mitteleuropa Februar/März empfohlen.Die Keimdauer beträgt 10-15 Tage. Leichtes schattieren hat sich bewährt. Schutz gegen Spätfröste ist erforderlich.

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